Vordenken anstatt Nachdenken

11.05.2016

Unter der Zielsetzung, die grundlegenden prinzipiellen Stärken des Mittelstands im Allgemeinen und im Werkzeug-, Modell- und Formenbau im Speziellen zu ergründen und darauf basierenden einen Blick in die Zukunft der Branche zu werfen hat evomecs gemeinsam mit dem VDWF am 11.05.2016 einige handverlesene Branchenvertreter nach Bächlingen bei Langenburg eingeladen, Vor malerischer Kulisse wurde dazu zunächst im Rahmen einer Podiumsdiskussion analysiert, worin sich die Stärken aber auch die Schwächen der Branche begründen.

Dabei wurde festgestellt, dass in den für die Branche typischen inhabergeführten und eher kleinteiligen Strukturen gleichermaßen Stärken wie Schwächen liegen. Kleinteilige Strukturen bieten ein hohes Maß an Flexibilität und durch die in der Regel starke Identifikation der Mitarbeiter mit dem Unternehmen sowie die kurzen Informationswege eine überdurchschnittliche Innovationskraft. Vor allem im Hinblick auf die zunehmende Digitalisierung sind kleine Strukturen aber auch der Schwachpunkt der Branche, da kleine Betriebe aufgrund von Skaleneffekten in der Regel nicht in der Lage sind, eigene IT-Abteilungen zu betreiben. Zudem stellen die tendenziell immer größer und komplexer werdenden Auftragsstrukturen die Betriebe vor die Herausforderung, den daraus resultierenden Auslastungsschwankungen der Ressourcen Herr zu werden.

Wie könnte also eine tragfähige Zukunftsstrategie für die Branche aussehen?

Durch die Beleuchtung der aktuellen Situation der Branche aus den Perspektiven der unterschiedlichsten Marktteilnehmer wurde festegestellt, dass eine bedeutende Chance der Branche in Aufgabe von regionalem Konkurrenzdenken und in der Folge der Bildung von Kooperationen liegt.

In Kooperationsverbünden zusammengeschlossene Unternehmen generieren Größenvorteile wie Skalen- oder Lernkurveneffekte unter gleichzeitiger Kostenreduktion, bei Erhalt der Autonomie und damit den Vorteilen der kleinen Einheit wie Innovationskraft, Beweglichkeit und Vision. Kooperation und Vernetzung bedeutet allerdings nicht die Verlängerung der Werkbank sondern gemeinsames Wachstum. Wichtigste Grundlage dafür ist neben der erforderlichen Technologie, die Verpflichtung zu gemeinsam gelebten Werten. Zentraler Faktor ist also der Mensch, ob als Mitarbeiter oder, noch entscheidender, als Unternehmer.

Was bedeutet diese übergeordnete Erkenntnis nun für die Unternehmer? Wie lässt sich diese Erkenntnis in den Alltag übertragen? Was sind die daraus resultierenden ganz pragmatischen nächsten Schritte?

Diese Fragestellungen bilden den Rahmen für den nächsten Vordenkerkreis, der am 24.11.2016 wieder in Bächlingen in der Mosesmühle stattfinden wird. Man darf gespannt sein.